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Inhalt
Lutz:
Befreiende
Sozialarbeit- Skizze einer Vision
1 EinBlicke
Zwicker-Pelzer:
Befreiungspädagogik und Soziale Arbeit
Rehklau:
Empowerment. Zauberwort oder
Neubesinnung
Reutlinger: Räume von den
Menschen
her denken
Neue
Herausforderungen für die Stadtgesellschaft
2 Partizipation
und Gemeinwesen
Sinning: Bürgerbeteiligung im Kontext von Urban Governance und
demographischen
Wandel - neue Anforderungen und Strategien
Munsch: Bürgerschaftliches
Engagement
als
Integrationschance oder als Reproduktion gesellschaftlicher
Ausgrenzungsprozesse?
Kessl: Anerkannt und angepasst?
Zur
programmatischen
Bestimmung der Gemeinwesenarbeit
Rund: Zwischen Befriedung und
Befreiung
Elsen: Gemeinwesenökonomie
– eine
reale Utopie
befreiender Sozialer Arbeit
3 Aufbrüche
und Erweiterungen
Kiesel /
Volz: Eigensinn und
Allgemeinbildung Wagner:
Ohne Angst verschieden
sein
Dücker: Neue Erfahrungen
aus der
„Freiburger
StrassenSchule“:
Wonneberger: Weiterbildung,
Empowerment und
Weibliche Lebenslagen
Hammer / Lutz:
Sozialbindungsspielraum.
Lebenslagen
Alleinerziehender als Herausforderung für die Sozialer Arbeit
Giese: Befreiung der
Geschlechter in
fünfzehn
Schritten
4 AusBlicke
Schnurer:
Globale
Partnerschaft als allgemeinbildende Aufgabe Sobottka / Streck: Soziale
Bewegungen in
Brasilien.
Als Bürger anerkannt werden, befreiende Praxis lernen und leben
Rout-Biel:
Sozialarbeit in Afrika. Warum können importierte Konzepte keine
Lösung für
Afrika bringen?
Smith: Including
cultural and
religious rites
and practices in emancipatory social work intervention
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Visionen der
Befreiung
Gegen den Zeitgeist will
dieses Buch neuen Optimismus verbreiten und eine alte Debatte beleben:
Sozialarbeit wird verstanden als Reflex und Bestandteil einer sozialen
Bewegung, die Menschen aus ihrer selbst verschuldeten Unmündigkeit
befreien
bzw. Hilfestellung gegen verordnete Unmündigkeit und Knechtschaft
geben will. Dabei
muss sie notwendigerweise vom Menschen ausgehen und ihn dazu
ermächtigen Wesen
seiner selbst zu werden. Hierzu ist es auch erforderlich, das private
Labyrinth
als Reflex und Abbild des sozialen Irrgartens zu sehen.
Befreiung heißt in der von
mir entwickelten Perspektive, die nicht von den Autoren des Bandes
notwendigerweise mit getragen werden muss, (die Gedanken sind frei,
dieser
Ausspruch der Aufklärung gilt heute erst recht!), zunächst
nur Decodierung und
Enträtselung der eigenen verdeckten Position in der Welt; darin
aber liegt die
Hoffnung, über ein besseres Verständnis der eigenen Lage
diese auch sukzessive
wieder in eigener Gestaltung zu entwickeln. Befreiung wird aber auch
als Vision
erkennbar, die in einer sich grundlegend verändernden Moderne neue
Ansätze für
sich formierende Kulturen der Resignation zu liefern verspricht, die
jenseits
von Bevormundung und Fürsorge liegen aber auch über
„Aktivierungsmythen“ hinaus
gehen.
Die Aufsätze des Bandes
geben Einblicke, aus vielfältiger Perspektive, wie Decodierungen
über
vielfältige Formen, von der klassischen Gemeinwesenarbeit
über Bildungsangebote
bis hin zu Beteiligungsverfahren aussehen könnten. Dabei werden in
einigen
Äußerungen auch eher theoretische Ausblicke geliefert, die,
so auf den Raum,
der Sozialen Arbeit neue Wege ermöglichen. Sie alle sind aber an
einer Praxis
orientiert, die Menschen als Gestalter ihrer eigenen Welt wahrnimmt und
genau
dies auch befördern will. Das eint sie.
Dass wir auch tatsächlich
vom Süden lernen können, zeigen mehrere Beiträge; wir
erfahren, wie andere
Kulturen mit der Idee der Befreiung umgehen und wie sie Menschen in
ihren
Verstrickungen wahrnehmen und mit ihnen an diesen arbeiten. Autonomie,
Selbstachtung, Anerkennung und das Vertrauen auf menschliche
Fähigkeiten müssen
in einer befreienden Praxis in der (erschöpften) Moderne erst
entwickelt
werden. Hierin hat der Süden, so in der Befreiungspädagogik
aber auch im Entdecken
des Anderen fremder Kulturen, wie es der Beitrag aus Südafrika
zeigt, einen
offenkundigen Vorsprung, von dem wir lernen müssen.
Alle hier versammelten
Wortmeldungen, die bei weitem nicht das mögliche Spektrum
abdecken, sind
Hinführungen zur Vision einer befreienden Praxis, wie ich sie hier
erstmals
skizziert habe. Ich danke allen Autorinnen und Autoren für ihre
Beiträge, für
ihre Geduld und ich hoffe auf eine vielfältige und anregende
Diskussion.
Ich danke aber auch meinen
Töchtern, Hannah Elisabeth und
Kyra Emilia, die mir durch ihre Eigenständigkeit täglich
zeigen, was Befreiung
sein könnte: Sie leben Hoffnung und lehren mich Demut
gegenüber den
Schönheiten, die das Leben in seiner Entwicklungsoffenheit bietet.
Ronald
Lutz
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